| Vortragsabend zum Thema Religio |
|
|
|
|
Was ist meine Berufung? Gespräch zum Prinzip Religio: Diakonat Am Mittwoch, den 16. November 2011, besuchten uns Thomas Leopold und AH Dr. Georg Haller und erzählten aus ihrem Leben, warum und wie man Diakon werde. Im Leben eines jeden jungen Mannes katholischen Glaubens stellt sich die Frage, ob nicht ein Dienst im Namen Gottes für ihn vorgesehen ist. So fand sich nach dem Abendessen im Kneipsaal des Carolingerhauses die Aktivitas mit Alten Herren sowie Gästen zu einem Gesprächsabend bezüglich unseres Prinzips Religio mit dem Thema „Warum und wie wird man Diakon“ zusammen und verfolgte interessiert den Ausführungen der beiden Referenten über Motivation und Berufung, ihren ganz persönlichen Lebensweg, die Ausbildung und formalen Kriterien zum Diakon sowie die Vereinbarkeit ihres Ehrenamts mit dem Zivilberuf und der Familie. Bei Thomas Leopold war es das Buch Nehemia im Alten Testament, welches er während seiner Exerzitienfahrt gelesen habe. Hier habe er sich an gleich mehreren Textstellen wiederfinden können, was in ihn den Wunsch geregt hat, sein eigenes Leben nach dem Vorbild Nehemias auszurichten, welcher „im Umgang mit Konflikten, seiner Balance zwischen Gebet und Tatkraft, dem Sich-betreffen-lassen von der Not anderer“ Herrn Leopold „auf ganz unterschiedlichen Ebenen [die] diakonische Lebensweise“ gezeigt habe, sodass Herr Leopold Sehnsucht nach dieser bekommen habe. Nach der drei jährigen Ausbildung in Form eines Fern- und Abendstudiums mit größtenteils zu bearbeitender Lehrbriefe und einigen Prüfungen durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist Herr Thomas Lepold seit Pfingsten 2009 ehrenamtlicher Diakon in unserer Kirchengemeinde St. Antonius in Hohenheim und führt seitdem unter anderem Besuchsdienste, Taufen oder Beerdigungen im Rahmen der drei Säulen des Diakonats durch. Herr Leopold beerdige gerne, aber nicht weil er den Tod verherrliche, sondern weil der Glauben in der Trauergemeinde in einer ganz speziellen Form zum Ausdruck komme. Um seiner Berufung gerecht zu werden, geht Herr Leopold seiner Tätigkeit als Informatiker nur von montags bis donnerstags nach. Die Säulen des Diakonats umfassen die Glaubensvermittlung, lat. Martyria, die Mitgestaltung und die Unterstützung bei den Gottesdienstfeiern, lat. Liturgia, sowie die Gemeindearbeit, dem Dienst am Nächsten, lat. Diakonia. Bei AH Dr. Haller beschränkt sich das Ehrenamt auf die Wochenenden, und somit eher auf die liturgischen Dienste. Werktags ist er in Kirchheim unter Teck als Geschäftsführer und Schulleiter bei der DEULA tätig, etwa jeden zweiten Sonntag feiere er Wortgottesdienst mit Predigt, jeweils zwei am Sonntag, und übernehme auch Taufen in der sechs Kirchengemeinden umfassenden Seelsorgeeinheit Argenbühl im Allgäu. Seine Motivation führe AH Haller auch auf seine Biographe in Bezug auf seine berufliche Umorientierung vom Landwirt zum Lehrer zurück. Den Weg und die haltende Hand Gottes möchte er auch in der Art und Weise, wie er seinen Lehrgangsteilnehmern begegne, sei es Jugendlichen in der Ausbildung, sei es Arbeitslosen in der Umschulung oder Qualifizierung in neue berufliche Chancen, seinen Lehrgangsteilnehmern aufzeigen und weitergeben. Um das Diakonat zu beschreiben, führte AH Haller die Verse 36 bis 39 im 22. Kapitel des Matthäusevangeliums an, indem die ersten beiden Gebote beschrieben werden: Die Gottes- und die Nächstenliebe. Die anschließende Diskussion bezog sich unter anderem auf die Auslegung des Begriffs der viri probati, die Problematik der Begleitung von Sterbenden durch einen Diakon in Zusammenhang mit der Krankensalbung oder die Situation der Wiederverheiraten in der katholischen Kirche. Wenn auch zum Beispiel über die Problematik der zurückgehenden Zahlen von Pfarrern sowie Priesteramtskandidaten sehr stark diskutiert wurde, so konnte an diesem Abend in gewisser Weise verständlich keine Lösungen gefunden werden. Wer nun Interesse an dem Dienst als Diakon bekommen hat, sollte eine abgeschlossen Berufsausbildung, und ein Lebensalter von mindestens 35 beziehungsweise 23 oder 25 Jahren erreicht haben. Nicht zu vernachlässigen ist die Meinung des Pfarrers und, wenn vorhanden, das Einverständnis der Ehefrau. Gerne kann sich an unsere Referenten oder den jeweiligen Kirchenvertretern vor Ort gewandt werden. Daher dürfen uns bei Herrn Thomas Leopold sowie AH Dr. Georg Haller für die Einblicke und den sehr interessanten Abend ganz herzlich bedanken. Timo Bartsch Cg! Referent für Religion und Kirche |



